Mietwohnung streichen ohne Streifen: Farbrollen und Abdecktechniken
Streifen an der Wand entstehen selten durch schlechte Farbe, sondern durch falsche Werkzeuge und fehlende Vorbereitung. Wer in einer Mietwohnung streicht, will beim Auszug keine Diskussion mit dem Vermieter. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Farbrolle und ein paar Abdeckkniffen verschwinden die Ansätze fast vollständig.
Bei der Farbrolle entscheidet die Florhöhe. Kurzflorige Rollen aus Mikrofaser eignen sich für glatte Wände und wasserbasierte Dispersionsfarben, weil sie wenig Farbe aufnehmen und gleichmäßig abgeben. Für strukturierte Raufaser braucht es eine Rolle mit mittlerem Flor, etwa zehn bis zwölf Millimeter, damit die Farbe in die Vertiefungen kommt. Billige Schaumstoffrollen hinterlassen oft Blasen und Kanten, weil sie ungleichmäßig saugen. Ein Markenprodukt mit abgerundeten Endkappen kostet wenig mehr und spart eine zweite Schicht. Vor dem ersten Strich die Rolle mit klarem Wasser anfeuchten, gut ausdrücken und erst dann in die Farbe tauchen. So nimmt sie sofort gleichmäßig auf.
Beim Abdecken zählt nicht die Menge an Klebeband, sondern die Technik. Fußböden, Steckdosen und Türrahmen lassen sich mit Abdeckvlies und Kreppband sichern, wobei das Band vor dem Streichen fest angedrückt wird, sonst läuft Farbe darunter. Kanten an der Decke zieht man am saubersten mit einem schmalen Pinsel und ruhiger Hand, nicht mit der Rolle. Wer gleichzeitig Kabel und Router ordentlich verlegen möchte, findet in einem Beitrag zum Kabelmanagement im Wohnzimmer ohne Bohren praktische Lösungen, die sich vor dem Streichen umsetzen lassen. So bleibt kein Kabel im Weg, wenn die Wand trocknet.
Die eigentliche Streifenfalle ist der Farbauftrag. Nicht zu dünn und nicht zu dick arbeiten, sondern in zusammenhängenden Bahnen von oben nach unten, mit leichter Überlappung. Zwischen zwei Bahnen nicht warten, sonst trocknet die Kante an und zeichnet sich ab. Bei Raumtemperatur und ohne direkte Zugluft verlängert sich die offene Zeit der Farbe, was das Verstreichen erleichtert. Zwei dünne Schichten schlagen eine dicke immer. Nach dem Trocknen zeigt sich, ob nachgebessert werden muss, meist an den Ecken und hinter Heizkörpern.